Dulig: „Familie ist da, wo Leben in der Bude ist“
„Alleinerziehende brauchen mehr Kita-Plätze, einen an ihre Lebenssituation angepassten Job, mehr Geld und – mehr Zeit“, spricht sich der SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig für eine bessere Unterstützung von Alleinerziehenden aus. „Mehr als ein Viertel der Haushalte in Ostdeutschland wird von Alleinerziehenden finanziert – in Sachsen sind es 142.300 (*Stand Ende 2008). Es ist also nur konsequent, wenn Alleinerziehende stärker in den Fokus moderner Familienpolitik rücken“, so Dulig.
Der SPD Parteivorstand hat daher eine Alleinerziehenden Initiative gestartet, die von der „Zukunftswerkstatt Familie“, der Martin Dulig angehört, erarbeitet worden ist. „Wir haben uns mit den Problemen von Alleinerziehenden intensiv beschäftigt und ein 8-Punkte-Programm vorgelegt. Darin enthalten sind die Schritte, die wir als notwendig erachten, um die Situation von Ein-Eltern-Familien zu verbessern“, so Dulig. Das 8-Punkte-Programm sieht u.a. einen Rechtsanspruch auf eine ganztägige Kinderbetreuung vor. „Ohne entsprechend flexible Betreuungsangebote können Alleinerziehende nicht arbeiten“, sagte Dulig und weiter: „Daran unmittelbar geknüpft ist eine spezielle Vermittlung bei der Arbeitsagentur. Hier braucht es nicht nur auf die Situation von Alleinerziehenden sensibilisierte Fallmanager, sondern auch Arbeits- und Qualifizierungsangebote, die von vornherein Lösungen für die Kinderbetreuung einschließen und existenzsichernd sind.“
Zu den Plänen gehört auch, dass Bezieher niedriger Einkommen u.a. mit der Weiterentwicklung des Kinderzuschlages und des Unterhaltsvorschusses von Steuern und Abgaben entlastet werden.
„Alleinerziehende sind Experten, wenn es darum geht Kind(er), Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Flexibel und kreativ sind sie rund um die Uhr – es wird Zeit, dass auch die Rahmenbedingungen an Flexibilität und Kreativität zulegen. Die Vorschläge der Zukunftswerkstatt machen einen entsprechenden Aufschlag“, sagte Dulig abschließend.
Hintergrund „Zukunftswerkstatt Familie“/ 8-Punkte-Programm „Alleinerziehende – LeistungsträgerInnen unserer Gesellschaft
Die „Zukunftswerkstatt Familie“ wird von der stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden und Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Ziegler geleitet. Martin Dulig ist eines von sieben Mitgliedern der Steuerungsgruppe. Im engen Dialog mit Experten und Bürgern ist es Ziel der Zukunftswerkstatt, das bisher erreichte Umdenken in der Familienpolitik weiter voranzutreiben. Längst sind nicht alle Probleme gelöst. Daher widmet sich die Zukunftswerkstatt Familie besonders folgenden Themen:
• Das gesunde und sichere Aufwachsen von Kindern
• Die Unterstützung von Familien bei der Pflege der Eltern und Großeltern
• Die Absicherung von Zeit für die Familie
• Der Ausbau der Kinderbetreuung
• Die Senioren- und Generationenpolitik
• Die Perspektiven der Jugendpolitik
Der Beschluss des SPD-Parteivorstandes für eine bessere Unterstützung für Alleinerziehende ist am 19. April 2010 gefasst worden. Bis zum Parteitag 2011 werden sämtliche Positionen, Vorschläge und Beschlüsse in einem familienpolitischen Gesamtkonzept gebündelt, einen ersten Zwischenbericht dazu wird es auf dem Parteitag im September 2010 geben.
Das 8-Punkte-Programm „Alleinerziehende – LeistungsträgerInnen unserer Gesellschaft ist über die Homepage der SPD Sachsen nachzulesen.
Christiane Künzel
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